Auszeichnungen

 
Viel Ehrenamt und Spaß im Grünen                                                                    16.09.2009

Das Betreuerteam des Zeltlagers Sankt Ulrich ist Anwärter auf den Ehrenamtspreis 2009

 

Die Kirchengemeinde Sankt Ulrich veranstaltet jeden Sommer ein zweiwöchiges Zeltlager für Mädchen und Jungen im Alter von neun bis 13 Jahren. Durch viel ehrenamtliches Engagement und den Verzicht auf jegliche Aufwandsentschädigung, kann für die Kinder der Teilnehmerbeitrag zum Selbstkostenpreis angeboten werden.
 
Alexander Gölz
 
Kirchheim Inmitten einer Waldlichtung, an der der Jakobsweg vorbeiführt, stehen zwölf Zelte, und es huschen und springen überall Kinder umher. Das Ganze spielt sich an einem Wald der angrenzenden Gemeinde Rotenzimmern, 13 Kilometer entfernt von Rottweil, im Schwarz­wald ab. An zentraler Stelle wurde auf dem Zeltplatz ein Marterpfahl errichtet. „An ihm werden die Gefangenen, die uns nachts überfallen, gefesselt“, erzählt Matthias Weber (21). Gemeint sind natürlich ehemalige Betreuer des Zeltlagers und Freunde des Leiterteams, die einmal pro Freizeit für ein wenig „nächtliche Action“ sorgen. Zusammen mit Christian Wolber (19) ist dies bereits das sechste Sommerzeltlager, das die beiden mit organisieren. „Wir haben Spaß daran, mit den Kindern in der Natur zu sein und waren früher selbst als Teilnehmer dabei“, berichten die beiden. Zusammen mit anderen ehemaligen Teilnehmern stellen sie jedes Jahr von Neuem ein Ferienlager auf die Beine. Es sei schwer, einen geeigneten Lagerplatz zu finden, viele Plätze seien lange im Voraus ausgebucht oder man müsse sich den Zeltplatz mit anderen Gruppen teilen. „Das führt oft zu Reibereien und unnötigem Ärger“, erklären die beiden.
 
Die fünf weiblichen und acht männlichen jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 26 Jahren engagieren sich lange im Voraus für das Zeltlager. Sie kundschaften den Platz und dessen Umgebung vor Beginn der Freizeit aus, erkundigen sich, wo die nächsten Ärzte zu finden sind und wo es Einkaufsmöglichkeiten gibt. Dieses Jahr hatten sie Glück, denn in der Nähe des Zeltplatzes, der dem Albverein gehört, befindet sich ein alter Schafstall, von dem die Zeltgemeinde Strom und fließendes Wasser beziehen kann. Es sei aber kein Muss, den Luxus von Strom zu haben, die Kühlschränke würden auch mit Gas funktionieren, so die Leiter. „Aber gerade wenn es mal viel regnet, ist ein angrenzendes Gebäude von großem Vorteil, denn man kann darin mit den Kindern basteln, Theaterstücke spielen und einfach besseren Schutz vor den Launen des Wetters finden“, führt Mattias Weber weiter aus. Die beiden bauten neben dem Küchenzelt eine kleine Freiluft-Dusche samt Duschvorhang auf, die Hygiene der Kleinen solle schließlich „nicht zu kurz kommen.“
 
Das Leiterteam verzichtet auf jegliche Aufwandsentschädigung. „Wir wollen keinen im Team haben, der es nur des Geldes wegen macht“, so Christian Wolber. Es würde im Umgang mit den Kindern auffallen, wenn jemand nur dabei ist, um sein Taschengeld aufzubessern. Man müsse seine Zeit aus freiem Herzen mit den Kindern verbringen wollen – ohne Geld dafür zu bekommen, sagen die beiden Notzinger unisono.
 
In diesem Jahr nahmen 29 Mädchen und Jungen an der Freizeit teil, die Teilnehmerzahlen sind etwas rückläufig. Zur Tagesgestaltung gehören nicht nur Spiele auf dem Zeltplatz, die Gruppe unternimmt Gelände-Rallyes im angrenzenden Wald, macht Ausflüge nach Rottweil oder wandert in einen Wildpark mit Abenteuerspielplatz.
 
Einmal in den zwei Wochen wird ein Gottesdienst in der „Zeltgemeinde“ abgehalten. Hierzu reist Gemeindepfarrer Franz Keil an. Die Kinder gestalten den Gottesdienst mit, indem sie Lieder aussuchen oder während des Gottesdienstes kleinere The­aterstücke aufführen.
 
Im vergangenen Jahr ging die Zeltfreizeit der Kirchengemeinde Sankt Ulrich nach Schwörzkirch bei Ehingen an der Donau. Das Betreuerteam ist bemüht, jedes Jahr an einem anderen Ort die Zelte aufzuschlagen, um für größtmögliche Abwechslung sorgen zu können. Wohin die Reise 2010 geht, steht noch in den Sternen.